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RSC Prüm —  Sonntag, 29. Juni 2008
Distanz: 148 km
(Alternativstrecken: 45/78/111 )
Verpflegung: Waffeln, verschiedene Schokoriegel und Getränke
Kontakt: Homepage Homepage
Profil: bergig, 2000 Hm,
Schwierigkeitsgrad:
363 Punkte 

Strecke: Prüm, Pronsfeld, Waxweiler, Krautscheid, Heilbach, Windhausen (K1/29 km), Arzfeld, Lichtenborn, Uttfeld, Niederhabscheid, Ihren (K2/53 km), Steinebrück, Alfersteg, Setz, Schönberg, Ihrenbrück, Auw-bei-Prüm, Roth, Forsthaus Schneifel, Ormont (K3/91 km), Neuendorf, Reuth, Schönfeld, Stadtkyll, Gönnersdorf, Lissendorf, Oberbettingen (K4/126 km), Auel, Steffeln, Kleinlangenfeld, Prüm

Die ersten 20 km dieser RTF folgten dem Lauf der Prüm, dem Bach, an dem der gleichnamige Ort liegt, leicht abwärts, bevor der erste Anstieg aus dem Tal auf die Höhen des Deutsch-Luxemburgischen Nationalparks bis nach Krautscheid führte. Gut 6 km war der Anstieg lang und etwa 200 hm wurden erklommen. Oben bot sich ein tolles Panorama über die Höhen der Eifel Richtung Süden nach Bitburg. Die folgende Abfahrt wurde nach 4 km durch einen Anstieg mit über 10 % hinauf nach Windhausen (29 km) zur Kontrolle 1 unterbrochen, wo ich zum Erstaunen der Helfer, die mich gerade erst am Anstieg nach Krautscheid überholt hatten, als erster eintraf.

An der Kontrolle wurde ein abwechslungsreiches „Versorgungsprogramm“ mit Waffeln, diversen Schokoriegeln und Getränken geboten Im anschließenden Abschnitt führte die Strecke über die Höhen und Täler Richtung Nordwesten mit Blick nach Norden zum Schwarzen Mann (697 m), der höchsten Erhebung in der Schneifel, sowie nach Westen zur luxemburgischen Grenze. Dort tummelten sich noch ein paar flache Wolken – als Vorsorge hatte ich sicherheitshalber meine Regenjacke dabei. Es sei aber vorweggenommen: ich brauchte sie den ganzen Tag nicht!

Ich versuchte die Strecke mit meinen Erinnerungen zu meiner letzten Teilnahme im Jahr 2006 in Einklang zu bringen, was ganz gut klappte. Langsam näherte sich die Route nun Belgien, das hier nördlich an Luxemburg angrenzt. Von den Höhen führte eine längere Abfahrt nach gut 50 km hinab Richtung Ourtal. Kurz bevor das Tal erreicht wurde, war nach 53 km Kontrolle 2 in einem Seitental der Our anzufahren. Hier überholte mich zum ersten Mal ein Teilnehmer von der langen Strecke. Anschließend führte die Strecke fast 10 km im Talboden der Our (auf etwa 400 m Höhe gelegen) entlang. Ein wunderschönes, fast vergessenes Tal eingerahmt von Ommer Wald (605 m) und Schneifel (697 m). Ab Schönberg stieg die Straße in zwei Wellen an den Rand der Schneifel und überquerte dabei auf halber Strecke die Grenze zurück nach Deutschland.

Zwischen Bleialf und Auw-bei-Prüm folgte nun ein 10 km langer fast flacher Abschnitt über einen Höhenrücken, der wieder Rundum-Blicke in alle Himmelsrichtungen zuließ. Aufgelockert durch eine „Radfahrerfalle“(Kehren runter ins Tal, Kehren wieder rauf) stieg die Straße langsam Richtung Schneifel, um dort am Forsthaus den höchsten Punkt mit knapp 650 m Höhe zu erreichen. Hier war 2006 die Kontrolle 3. Ich hatte auch schon 30 km seit der letzten Kontrolle hinter mir und länger niemanden mehr gesehen. Hatte ich die Kontrolle verpasst? 5 km später bei Kilometer 91 in einem Ort namens Ormont fand ich sie aber dann.

Noch ein Hügel war zu überwinden, dann kam der Abzweig zur 150er-Strecke, die ich vor zwei Jahren wegen drohender Gewitter und einer 200er-Tour in den Ardennen am Vortag nicht gefahren war. Dieses Mal hatte ich am Vortag indes nur einer flache 150er-RTF in Düsseldorf absolviert und auch das Wetter spielte mit und so bog ich auf die lange Strecke ab - extra deswegen war ich hierher gekommen. Auf der langen Schleife waren Streckenteile des Marathons vom Gerolsteiner Tour-Festival inbegriffen, die ich nach dem nur mäßigen Wetter am Festival-Wochenende einmal bei schönem Wetter fahren wollte.

Gut 10 km ging es nach der Streckenteilung in Neuendorf auf Nebenstraßen und Wirtschaftswege, teilweise mit Pflastersteinen, über Reuth und Schönfeld hinauf und kurz vor Stadtkyll rasant hinunter. Der nächste Abschnitt (ebenfalls ca. 10 km) verlief flach im Tal der Kyll. Zur letzten und vierten Kontrolle in Oberbettingen mussten noch zwei steile Anstiege bewältigt werden. Einen davon kannte ich bereits von der Autofahrt nach Gerolstein im Mai. Jetzt mit dem Fahrrad ging das eigentlich viel leichter als ich es mir mit dem Auto damals vorgestellt hatte. Dieser Teil der Strecke war wegen einer Baustelle neu hinzugekommen, die alte Streckenführung war wohl flacher. An der Kontrolle saß ein jugendlicher Helfer ziemlich einsam herum. Er hatte gerade die ersten 3 Teilnehmer abgefertigt und meinte, es kämen vielleicht noch 10 weitere.

Nach 15 min. Pause nahm ich die letzten 25 km in Angriff. Die bekannte Strecke über Auel und Steffeln und dann die lange Steigung hinauf nach Kleinlangenfeld ließen sich lockerer fahren als ich sie vom Gerolsteiner Marathon in Erinnerung hatte. Nach der nächsten Abfahrt erreichte die Strecke wieder das Tal der Prüm und war nur noch 10 km von Prüm entfernt. Allerdings war der direkte, flache Weg wegen des Volksfestes "Prümer Sommer" versperrt. Wir mussten nochmals 150 hm hinauf in die Schneifel. Dabei überholte ich nach gut 100 km Alleinfahrt mal wieder mal einen Teilnehmer, denn jetzt waren 70/110/150er Strecke wieder zusammen, bevor nach 148 km und 2000 hm das Ziel erreicht wurde, wo es noch reichlich Kuchen gab.

Fazit:  Eine Veranstaltung mit toller Strecke und guter Verpflegung. Allein die spärliche Beschilderung konnte zu Kritik Anlass geben, insbesondere Bestätigungspfeile fehlten weitgehend. Insgesamt fanden sich zu dieser wunderschönen aber weit von Ballungsgebieten entfernten Veranstaltung nur 110 Teilnehmer ein. (Morgens als zweiter gestartet überholten mich den Tag über auf der 150er-Tour nur 5 Teilnehmer.)
Die Strecke hätte mehr Zuspruch verdient.


Bericht zuletzt gelesen: Mittwoch, 25. Januar 2012 • Anzahl Zugriffe: 1440
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